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Manchmal führen Umwege zum Ziel
Vor einigen Wochen reisten wir durch Irland – ein wunderschöner Urlaub übrigens. Ein Erlebnis hat sich nachhaltig eingeprägt.
Wir waren unterwegs zu unserem nächsten Hotel, als wir an ein Überschwemmungsgebiet kamen. Das Hochwasser hatte die Straßen unpassierbar gemacht. Wir mussten einen langen Umweg machen, kamen dabei durch wunderschöne, vorher nie beachtete Landschaften. Aber die Fahrt auf den schmalen, unbefestigten Wegen war auch anstrengend.
Unsicherheit kam auf: Ob es sich überhaupt lohnen würde, diesen Umweg zu fahren? Wir dachten darüber nach, uns ein anderes Hotel zu suchen, wir stellten unser ursprüngliches Ziel angesichts der Schwierigkeiten in Frage.
Aber wir gaben nicht auf.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit war es dann endlich so weit, das Hotel lag nur noch ein paar Kilometer entfernt. Wir waren wieder auf unserem ursprünglichen Weg und entspannten uns schon bei der Vorstellung, endlich angekommen zu sein. Da war die Straße vor uns plötzlich gesperrt: ein Unfall machte jede Weiterfahrt unmöglich.
Erst fuhren wir ein Stück zurück, dann ging es über Feldwege und Dorfstraßen weiter.
Wir kamen bei unserem Ziel an. Später als erwartet zwar, aber guter Dinge und zufrieden. Nicht nur zufrieden über die Tatsache, dass wir endlich am Ziel waren. Nein, wir waren auch glücklich, dass wir unsere Pläne nicht geändert hatten.
Ist es nicht im Leben ganz oft so?
Wir haben uns ein Ziel gesteckt, aber dann treten Probleme auf. Jetzt müssen wir entscheiden, was wir wollen: aufgeben oder Umwege in Kauf nehmen? Vielleicht ist es manchmal eine Art von Prüfung, wie wichtig uns ein Ziel wirklich ist.
Uns wurde jedenfalls wieder einmal vor Augen geführt, dass Klagen oder Selbstmitleid in so einer Situation nicht helfen.
Uns hat es gestärkt zu erleben, wie wir trotz aller Umwege unsere Ziele doch erreichen können.
In Liebe
Christina Roider


