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Samenkörner lassen wir in Ruhe reifen...

Unseren eigenen Kindern oder Enkelkindern stehen wir manches Mal anders gegenüber. Nicht unbedingt fordernd, aber vielleicht doch mit einer Vorstellung im Kopf, was für dieses Kind eigentlich gut wäre. Vor uns sitzt ein Kind, das seine ganz eigenen Interessen erst noch entwickelt. Sehen wir in ihm nicht manchmal jemanden, der in unsere Fußstapfen treten sollte?
Es ist nicht angemessen, wenn wir als Eltern und Großeltern zu wissen glauben, welche Entwicklung dieses Kind vor sich hat.
Sind es manchmal nicht nur unsere eigenen unerfüllten Wünsche, die wir angesichts des Kindes erfüllen möchten?
Gerade wenn wir dieses Kind lieben, sollten wir uns zurücknehmen. Wir sollten ihm erlauben, seinen eigenen individuellen Weg zu finden und dann auch selbstständig zu gehen.
Natürlich dürfen wir ihm Angebote machen, ihm die Welt mit allen ihren Facetten zeigen und ihn aufmerksam machen auf das, was uns selbst wichtig ist. Aber welches Samenkorn in diesem Kind zu welchem Zeitpunkt aufgeht, das liegt in ihm selbst.
Nehmen wir es doch einfach als Geschenk, dass wir beobachten können, wie sich dieses Menschenwesen entwickelt!
Wenn es uns zu langsam oder zu schnell geht, dann sollten wir uns daran erinnern, dass die Geschwindigkeit der Veränderung nicht in unserer Hand liegt. Das Wachstum hat seine eigenen Rhythmen, die wir akzeptieren müssen.
Die Reifung benötigt ihre Zeit. Was sich verändert, das entwickelt sich in aller Stille. Wir dürfen zusehen und abwarten. Wir dürfen uns daran freuen, wie sich die Reifung Schritt für Schritt vollzieht.
Fühlen Sie den Rhythmus des Universums, den Klang der Sonne und die Stimme der Natur?
Das ist der Weg des Herzens.


In Liebe,
Ihre Christina Roider

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